Kino! Kino! Kino!


Zwischen 1918 und 1933 erlebte das Kino in Deutschland eine der faszinierendsten und produktivsten Phasen seiner Geschichte. Inmitten politischer Umbrüche, wirtschaftlicher Krisen und gesellschaftlicher Neuordnung entwickelte sich die Weimarer Republik und dort vor allem die Hauptstadt Berlin zu einem Zentrum filmischer Innovation - und mittendrin befand sich Sybil/Bertha.

Das Kino wurde zum Leitmedium, das eine Gesellschaft faszinierte, die sich nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne neu erfinden musste. Bereits am Beginn von Sybils/Berthas Kinokarriere hatte die Filmbranche sich rasant professionalisiert. Produktions- und Verleihfirmen schossen wie Pilze aus dem Boden, prächtige Lichtspieltheater entstanden, Schauspielerinnen und Schauspieler wurden zu Stars aufgebaut und damit zu identifizierbaren Persönlichkeiten. Kinozeitschriften begleiteten den neuen Kult um Prominenz mit Bildern, Inhaltsangaben von Filmen, Anekdoten und Rezensionen.


Was wurde erzählt? Welche Stoffe waren gefragt? Welche Weltbilder wurden transportiert – und welche Konflikte auf die Leinwand gebracht? In den frühen Nachkriegsjahren war der Kinobesuch für viele Menschen Flucht und Trost vor dem Alltag. Die Leinwand bot Bilder von Glanz und Fernweh, von großen Gefühlen und Abenteuern – oft als virtuelle Gegenwelt zu Inflation, Wohnungsnot und politischer Gewalt. Daneben gab es Filme, die das Jetzt behandelten: die soziale Not als Folgen von Krieg, Inflation und Spekulation, eine rigide Sexualmoral, die gesellschaftlich ausgrenzt und vernichtet und - wenn auch in überschaubarer Zahl - den Antisemitismus und seine Folgen.


Sybils/Berthas Rollen, Filme und Erfahrungen sind Teil und Beispiel des gerade umrissenen historischen Bildes. Auf dieser Seite stelle ich Meilensteine ihrer Karriere vor und Themen, die sie in ihrem Roman
Liebe im Tonfilmatelier aufgriff. Damit möchte ich Sybils/Berthas Arbeit und Leistung in der Filmindustrie detaillierte darstellen, als es in den entsprechenden Kapiteln der biografischen Skizze möglich wäre.  Gleichzeitig sollen die Materialien uns Einblicke auf Kinogeschichte und Kinogeschichten geben, die in Vergessenheit geraten sind, und so unser Wissen über die goldene Epoche des deutschten Films erweitern.

Sybil Morels/Bertha Gotthelfts Roman

Inhaltsverzeichnis


  • Der Ritualmord
    Spielfilm - 1919 - Hauptrolle von Sybil/Bertha als Jüdin Manja

    Plot: Antisemitismus, Judenhass und einen Pogrom im Russland.