Jüdisches Leben in Kassel:
Selbstzeugnisse der Familie Gotthelft

Die Familie Gotthelft gehörte über Generationen zum jüdischen Leben in Kassel. Ihre Briefe, Erinnerungen, Postkarten, Fotos und Drucksachen geben Einblick in die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie, die in Kassel als Buchdrucker, Verleger und Herausgeber des Kasseler Tageblatts wirkte.


Die hier gesammelten Selbstzeugnisse zeigen persönliche Lebenswege ebenso wie größere Fragen jüdischer Identität, bürgerlicher Teilhabe, Patriotismus, Ausgrenzung und Erinnerung. Briefe, Postkarten, Fotos und Gedruckte geben Einblick in individuelle Lebensumstände und familiäre Beziehungen.


Besonderes Gewicht kommt dabei den schriftlichen Äußerungen zu, die im Kontext des Judentums in Deutschland und insbesondere in Kassel entstanden sind. Manche stehen exemplarisch für geistige Strömungen, religiöse Selbstverständnisse oder zeitgenössische Diskurse, die das Denken und Handeln der Urheber und ihrer Leser prägten.


Die Zusammenstellung verfolgt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie versteht sich als dokumentarische Sammlung, die Material zugänglich macht und zur eigenen Lektüre, Einordnung und weiteren Forschung einlädt.


Richard Gotthelft

(1857–1933)


Erinnerungen aus guter alter Zeit


1922 im Selbstverlag der Gebrüder Gotthelft

Adele Elisabeth (Dela) Gotthelft

(1892–1967)


Tochter von Richard, Postkarte vom 29.9.1924

Historisches Propagandaplakat von 1914 aus Kassel: „Des Kaisers Dank“ mit Kaiser Wilhelm II., Lorbeerkranz, Adler, Kaiserkrone und zwei Fackeln. Enthält die Kabinettsordre zur Leistung der deutschen Eisenbahnen während der Mobilmachung im Ersten Weltkrieg. Gestaltung von Ferdinand Gild, Druck der jüdischen Druckerei Gotthelft Kassel. Auffälliges Motiv mit geflügeltem Eisenbahnradsymbol, typisch für die Bildsprache deutscher Kriegsplakate 1914.